
Der anhaltende Kostendruck im Gesundheitssystem, die Krankenhausreform, die Fragmentierung der Praxen Landschaft sowie der deutliche Nachholbedarf in der Digitalisierung bilden den Rahmen für das Transaktionsgeschehen in 2024. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb bleibt der Transaktionsmarkt im Gesundheitswesen sehr lebendig. (Foto von Markus Spiske auf Unsplash)
Laut dem „Transaktionsmonitor Gesundheitswesen 2024“ von PwC wurden im vergangenen Jahr 237 M&A-Deals abgeschlossen – ein stabil hohes Niveau im Vergleich zu 2023 (234 Transaktionen). Besonders aktiv waren Investoren in den Bereichen niedergelassene Leistungserbringer, Pflegebetriebe und digitale Gesundheitslösungen.
Markttrends im Gesundheitswesen
- Klinikmarkt: Rekommunalisierung als prägendes Thema
Der wirtschaftliche Druck führt zu einer steigenden Zahl insolventer Krankenhäuser, insbesondere in kommunaler und freigemeinnütziger Trägerschaft. Neben privaten Klinikgruppen engagieren sich zunehmend Landkreise und Kommunen als Käufer. Private-Equity-Investoren halten sich hingegen zurück. „Der Trend zur Rekommunalisierung ist klar erkennbar. Es bleibt abzuwarten, ob die Kommunen die Einrichtungen langfristig erfolgreich betreiben können“, so Dr. Alexander von Friesen, Partner bei PwC Deutschland.
- Regulierung von MVZ: Offene Debatte um Investorenbeteiligung
Die Beteiligung von Finanzinvestoren an Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) bleibt umstritten. Während Berufsverbände auf eine Übertragbarkeit eines EuGH-Urteils zur Beschränkung von Investorenbeteiligungen in anderen Freiberuflerbereichen pochen, bleibt eine gesetzliche Neuregelung in Deutschland bislang aus. Trotz Unsicherheiten bleibt das M&A-Volumen mit 73 Deals in diesem Bereich hoch.
- Digitalisierung als Wachstumstreiber
Private-Equity-Investoren setzen verstärkt auf digitale Gesundheitslösungen. „Investitionen in KI-gestützte Diagnostik, digitale Therapieplattformen und Krankenhaus-Software könnten den Markt weiter vorantreiben“, erklärt Michael Ey, Co-Lead Gesundheitswirtschaft bei PwC Deutschland. Beispiele hierfür sind der Einstieg von CVC bei CGM und von TA bei Nexus.
- Pflegesektor: Hohe Dynamik trotz wirtschaftlicher Belastungen
Der Pflegebereich verzeichnete mit 64 Deals ein hohes Transaktionsniveau, viele Verkäufe resultierten aus Insolvenzen. Herausforderungen wie steigende Personalkosten, Fachkräftemangel und schleppende Auszahlung von Pflegesätzen durch die Kassen verschärfen die wirtschaftliche Lage. Eine der größten Transaktionen 2024: Hamburgs Rückkauf des Pflegeunternehmens „Pflegen & Wohnen Hamburg GmbH“.
Fazit
Mit Blick auf 2025 bleibt der Gesundheitsmarkt geprägt von wirtschaftlichen Restrukturierungen, einer zunehmenden Digitalisierung sowie fortgesetzten Investitionen in Pflege- und Krankenhausimmobilien.
Kernaussagen im Überblick:
- Hohe M&A-Aktivität: 237 Transaktionen im deutschen Gesundheitsmarkt 2024 (2023: 234 Deals).
- Rekommunalisierung von Kliniken: Viele insolvente Krankenhäuser wurden von Kommunen übernommen.
- MVZ-Regulierung: Debatte über Finanzinvestoren in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ).
- Dynamischer Pflegesektor: Viele Einzelverkäufe, teils aus Insolvenzen heraus.
- Wachstum im Digitalisierungssegment: Private Equity-Investoren setzen verstärkt auf digitale Gesundheitslösungen
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